Spielraum2019-03-11T15:17:02+00:00

Was ist ein Spielraum

Jedes Kind braucht seinen Fähigkeiten entsprechend angemessenen Raum; allerdings immer gross genug, den nächsten Entwicklungsschritt zuzulassen.
Emmi Pikler

Der Spielraum ist ein Angebot für Eltern und ihre Kinder. Das Angebot beinhaltet Spielraumzeit und Elterngesprächsabende. Das Ziel des Spielraumbesuchs ist es, die Beziehung zwischen Kind und Erwachsenen zu stärken, achtsamen und liebevollen Umgang miteinander zu erproben und voneinander zu lernen.in der Begleitung der Eltern und Kinder lassen wir die Pikler Pädagogik einfliessen.  Kinder von 0 bis 3 Jahren besuchen zusammen mit einem Elternteil den Spielraum. Spielraumzeit ist einmal pro Woche für 1-1 ½ Stunden. Die Eltern besuchen zusätzlich alle 2 Wochen den Gesprächsabend.

Was geschieht in einem Spielraum?

Die Kinder:
Sie spielen während der Spielraumzeit in Kleingruppen(4-6 Kinder) gleichaltriger Kinder, in einem für sie altersentsprechend vorbereiteten Spielraum. Ohne Einmischung und Animation der Erwachsenen können sie ihrer Entwicklung entsprechend in ein selbstwirksames Spiel finden. Das vertiefte Spiel mit sorgfältig ausgesuchten Materialien steigert ihre Konzentrationsfähigkeit und ihr Selbstvertrauen. Indem sie auch in ihren Bewegungen autonom tätig sein können, erfahren sie Vieles über ihre Möglichkeiten und erproben die von ihnen bestimmten Bewegungen und Bewegungsabläufe. Das Kind entscheidet jederzeit selber wie lange und womit es sich beschäftigen will. In der Begegnung mit Gleichartigen erlernt es achtsamen Umgang, einfühlsames Miteinander und auch die Möglichkeit „nein“ sagen zu dürfen.

Die Eltern:
Sie erhalten im Spielraum einen Platz am Rande des Raums zugewiesen. Hier dürfen sie sich bequem niederlassen und so wie Anna Tardos, die Tochter von Emmi Pikler sagt, ihr Kind „geniessen“. Von hier aus schauen sie ihrem Kind bei all seinen Aktivitäten zu, ohne aktiv eingreifen zu müssen. Sie erhalten dadurch die Möglichkeit viel über ihr Kind zu erfahren und ihr Vertrauen in seine Fähigkeiten zu stärken. Die Eltern sind für ihr Kind da, wann immer es Nähe, Trost und Kontakt braucht. Im Weiteren jedoch, greifen sie nicht in das Tun ihres Kindes ein. Wenn das Kind in ihre Nähe kommt, schenken sie ihm ihre Aufmerksamkeit und versuchen in Worte zu beschreiben und zu bestätigen, was das Kind ihnen zeigen will.

Die Spielraumleiterin:
Bereitet den Spielraum für jede Gruppe neu vor. Sie begleitet die Kinder bei ihren Aktivitäten. Die Begleitung basiert auf der Haltung der Piklerpädagogik, dem Kind Vertrauen zu schenken, bei dem was es tut und nur dann einzugreifen, wenn es sich in Not befindet oder in Gefahr begibt. Sie begleitet die Kinder mit Worten und sanften Handlungen. Dabei ist ihre Aufmerksamkeit wach bei den Handlungen der einzelnen Kinder. Nach Möglichkeit unterhält sie sich leise mit den einzelnen Eltern und gemeinsam teilen sie die Freude, an dem was sie beim Kind entdecken oder teilen gemeinsame Sorge.
Die Spielraumleiterin bereitet die Elterngesprächsabende vor und leitet diese.

Der Elterngesprächsabend:
In diesen Gesprächsrunden werden Freuden und Sorgen geteilt und Kontakte geknüpft und gepflegt. Sie sind ein Teil des Spielraumkonzeptes und bieten die Gelegenheit Erfahrungen in der ganzen Gruppe auszutauschen, Erlebtes aus der Speiraumzeit zu schildern und zu besprechen. Dabei werden auch Emmi Piklers hilfreiche Erkenntnisse einfliessen und Ideen der Eltern ausgetauscht. Die Anregungen von Emmi Pikler sind eine wirkliche Entlastung für die Eltern. Oft sind Eltern geplagt von der Vorstellung  viel zur „Förderung“ ihrer Kinder, unternehmen zu müssen. Die Botschaft aus der Piklerpädogogik ist –das Baby bringt schon alles mit:  einen unglaublichen Willen selbständig die Welt zu entdecken und das Wissen wann der richtige Zeitpunkt ist, etwas Neues zu lernen.

Die Anmeldung für den Spielraum und die Elterngesprächsabende erfolgen gemäss Ausschreibung und sind verbindlich.
Ein Beispiel zum Spielraum aus Grabs Kanton St. Gallen https://www.spielraum-lebensraum.ch/wiegestube/

Das Kind anregen zu müssen, das glauben wir nur, weil wir zu wenig Ahnung davon haben, was jeder Mensch an Entfaltungsmöglichkeiten mit auf die Welt bringt.
Heinrich Jakoby